Arbeit

Weiblich, 24, verheiratet, sucht…

Mittlerweile ist es allgemein bekannt: Kinder bringen neben all dem Glück auch viele Nachteile mit sich – vor allem für die Mutter. Sei es bei der Rente wegen Elternzeit/Teilzeit, bei der Jobsuche, bei Gehaltsverhandlungen, …

Was ich jetzt aber am eigenen Leib zu spüren bekomme: Kinder können sich selbst dann negativ auswirken, wenn es sie noch gar nicht gibt!

Seit einigen Monaten versuche ich, mich in eine andere Firma zu bewerben, da ich momentan einfach viel zu wenig verdiene. Oft genug werde ich auch zu Vorstellungsgesprächen eingeladen – und höre nie wieder was von der Firma.
Natürlich frage ich mich dann, woran es wohl liegen könnte. Kam ich unsympathisch rüber? Habe ich eine falsche Antwort gegeben? Habe ich mit 2,5 Jahren noch zu wenig Berufserfahrung?

Sicher trifft ab und zu einer der Gründe zu, aber tatsächlich wurde ich quasi per Zufall auf den wahren Grund gebracht: ich bin eine Frau, frisch verheiratet und in den besten Jahren. Ja, das ist ein gerechtfertigter Grund, um mich nicht einzustellen scheinbar.

Ich saß mal wieder bei einem Vorstellungsgespräch, so weit lief alles toll. Ich konnte die Fragen beantworten, habe den Herrn X zum Lachen gebracht und der Satz „Sie wären ideal für diese Stelle“ ist gefallen. Dann fällt mein Blick auf meinen Lebenslauf, den der Herr ausgedruckt vor sich liegen hat, um mir gezielt Fragen stellen zu können. Ein Wort ist mit einem gelben Markierstift von ihm hervorgehoben: „verheiratet“.
Das macht mich kurz stutzig. Was ist an dieser Information so wichtig für einen Job, dass das Wort als einziges im ganzen Text markiert werden musste? Ich denke mir wirklich noch nichts Böses und frage deswegen ganz ohne Hintergedanken:

„Herr X, wieso ist mein Familienstand denn so wichtig, dass Sie ihn sogar markiert haben?“

Er guckt mich kurz sprachlos an, wird dann rot. Stammelt irgendwas. Hier ist doch etwas faul – ein Personalchef, dem im Vorstellungsgespräch die Worte fehlen? Das hatte ich wirklich noch nie. Bei mir schleicht sich eine Vermutung ein. Mir ist in dem Moment egal, ob ich mir dadurch die Chance auf den Job verbaue, ich muss es einfach wissen.

„Herr X… ist es vielleicht so wichtig, weil Sie befürchten, ich könnte schwanger werden?“
Er überlegt kurz.. und nickt schließlich tatsächlich. Erzählt mir von Risiken kalkulieren, von der Verlässlichkeit von Mitarbeitern, von der Problematik der Elternzeitvertretung. Ich kann nicht glauben, was ich höre, wahrscheinlich stand sogar mein Mund offen.
Jetzt ist mir sowieso alles egal und ich frage noch viel direkter, wen er einstellen würde: mich oder einen weniger qualifizierten Mann gleichen Alters. Zu meiner Überrasschung erhalte ich tatsächlich eine ehrliche Antwort:

Um eine potentielle Schwangerschaft aufzuwiegen, müsste ich entweder absurd niedrige Gehaltsvorstellungen haben oder die qualifizierteste Kandidatin sein, die er je gesehen hat.

Das saß. Ich bedankte mich für das Gespräch, stand auf und ging. Ich habe alle Firmen, bei denen ich ein Vorstellungsgespräch hatte, angeschrieben und ganz direkt gefragt, ob das eventuell der Grund war, wieso ich nicht mehr weiter in Betracht gezogen wurde (was hatte ich schließlich zu verlieren?).
Natürlich antworteten die meisten nicht – immerhin könnten Sie sich mit der falschen Antwort strafbar machen. Von zweien allerdings bekam ich einen kurzen Anruf – eine schriftliche Antwort wäre natürlich zu heikel, da nachzuweisen – dass es ihnen wirklich Leid tue, aber sie müssten an die Firma denken…

Mindestens drei Firmen haben mich also nicht eingestellt, da ich schwanger werden könnte.

Auf der einen Seite verstehe ich das – immerhin ist die Sorge in meinem Fall berechtigt. Auf der anderen Seite kann jeder zu jederzeit lange ausfallen. Da reicht ein Autounfall, ein Beinbruch, … meine Mutter war erst letztens über ein Jahr krankgeschrieben, da sie Hüft-OPs bekommen musste. Väter können genauso Elternzeit nehmen wie die Mütter. Oder Mütter können nach dem Mutterschutz sofort wieder bereit für die Arbeit sein und gar keine Elternzeit in Betracht ziehen.

Ganz davon abgesehen… es ist ja nicht so, dass mir die Firma 1 Jahr lang mein Gehalt bezahlen muss, obwohl ich nicht arbeite. Nur während dem Mutterschutz steht mir mein Gehalt zu – und das bekommen die Arbeitgeber von den Krankenkassen zurückerstattet.

Mir bleibt nur zu hoffen, irgendwann eine Firma zu finden, die mich trotz der Kombination weiblich, 24 und verheiratet einstellt. Dass es eine Firma gibt, die erkennt, dass auch Schwangere und später Mütter wertvolles beitragen können. Und frage mich, in welchem Lebensabschnitt eine Frau wohl die besten Chancen hat?

Unter 25 – Grünschnabel ohne Berufserfahrung.
Unter 40 und kinderlos – könnte schwanger werden.
Unter 40 und ein Kind – will bestimmt ein zweites Kind.
Unter 40 und zwei oder mehr  Kinder – fällt bestimmt ständig wegen den Kindern aus.
Über 40 – nein danke, wir nehmen lieber die jungen, frischen, motivierten.

… und wo bleibe ich?

Hibbeln, Wochenende in Bildern

Wochenende in… Worten 27.10. – 01.11.

Dieses Mal war es sogar ein verlängertes Wochenende, da der Puma und ich den Montag als Brückentag Urlaub genommen haben. Und was soll ich sagen – Bilder habe ich total vergessen. Also müsst ihr euch durch Geschriebenes mühen.

Am Freitag bin ich wie fast jeden Freitag nach der Arbeit meine Mutter besuchen gefahren. Auf den neusten Stand bringen, quatschen… das Übliche eben.
Abends bin ich kurz mit dem Rad zum Einkaufen gefahren (und war danach redlich bemüht, im Laden nicht umzukippen – Kondition, wo bist du?), um für den nächsten Tag einen Wackelpudding-Wodka vorzubereiten.

Samstag wurde der Wocheneinkauf erledigt. Abends sind wir zu der Geburtstagsfeier meines Bruder gefahren – Motto: die 60er Jahre. Urghs. Nun gut, ich hatte mir ein Kleid Richtung Rockabilly bestellt, der Puma hatte klassische Hosenträger, einen Hut und das weiße Tshirt zu den Bluejeans. Alle anderen hatten teilweise fantastische Kostüme.. bei einer hatte man das Gefühl, LSD genommen zu haben, sobald man sie ansah. Überall bunte Farben und Kringel.

Da der ganze Spaß bis zum nächsten Früh dauerte, sind wir am Sonntag sehr spät ausgestanden – der Puma mit Kater, ich mit dem siegessicheren Lächeln der Fahrerin.

Der Montag verging mit Schuhschrank aufbauen und wahnsinnigen Herzklopfen: Ein Schwangerschaftsfrühtest hat eine hauchdünne zweite Linie angezeigt. Ich habe geweint, zuerst vor freudiger Hoffnung und dann vor hoffnungsloser Trauer („ist eh nur eine Verdunstungslinie“). Abends hatte ich passenderweise sowieso einen Termin beim Frauenarzt, da wurde mir gleich Blut abgenommen. Das Ergebnis bekomme ich durch die Feiertage erst heute Abend – da die folgenden Tests allerdings alle negativ ausfielen, hatte ich es wohl tatsächlich mit einer hinterlistigen Verdunstungslinie zu tun und es sind nur die Tabletten Schuld, dass ich überfällig bin.

Am Dienstag war Halloween und wir haben die Zeit damit verbracht, das Haus auf Hochglanz zu polieren und Essen vorzubereiten. Ein paar Freunde kamen abends zum Raclette und Horrorfilmmarathon. Ersteres war äußerst lecker, zweiteres zu gruslig für mich. Ich bin eben doch ein Schisser. Wie gut, dass wir erst dann ins Bett gegangen sind, als die Sonne schon wieder aufgegangen war – so musste ich keine Angst im dunklen Schlafzimmer haben 😉
Den Mittwoch haben wir schon wieder verschlafen, waren noch kurz bei meinen Eltern Linsensuppe abholen und haben den Abend auf der Couch verbracht.

Heute ging es dann in die äußerst kurze Arbeitswoche – und auch wenn ich es besser weiß, bibber ich dem Anruf vom Arzt entgegen. Aber wie sagt der Puma immer? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Hibbeln

Stress dich ruhig rein

Ich weiß selbst, dass es nicht förderlich ist, dauernd nur daran zu denken, wann man endlich schwanger wird, ob es dieses Mal geklappt hat, die Tage wieder und wieder runterzurechnen, an welchem Zyklustag man sich wohl befindet etc. pp.
Natürlich weiß ich das. Und trotzdem kann ich nicht – wie von vielen beratschlagt – einfach mal nicht dran denken. Mir einfach mal keinen Stress machen.
Viele gucken mich dann ungläubig an, aber… denkt ihr doch jetzt mal nicht an einen rosa Elefanten. Auf gar keinen Fall dürft ihr an den rosa Elefanten denken, Herrgott! Versucht ihr überhaupt, nicht an den rosa Elefanten zu denken?

Es ist ein Kreislauf: je mehr ich versuche, an etwas nicht zu denken, umso mehr muss ich daran denken.
Was viele auch nicht verstehen („mach dir doch nicht so einen Druck“): An etwas zu denken kann eine aktive, bewusste Entscheidung sein, klar. Aber an etwas NICHT zu denken, das macht man weder bewusst noch aktiv. Denn sobald man bewusst an etwas nicht denkt, denkt man ja eben doch dran. Und wenn man dann erschrocken noch viel weniger dran denkt, dann saugt sich der Gedanke im Kopf fest.

Gestern lag ich also mal wieder im Bett und habe gedacht. Und gedacht. Und gerechnet. Und mir Hoffnungen gemacht. Aber gleichzeitig versucht, mir keine zu machen. Der Puma hat das natürlich gleich mitbekommen und nachgefragt, was denn los ist. Ich habe ihm völlig verzweifelt gesagt (naja okay, vorgeheult), dass ich mich schon wieder reinstresse und nicht weiß, wie ich es ausschalten soll.
Da hat er den wohl wundervollsten Satz überhaupt gesagt:

»Es ist okay, stress dich ruhig rein.«

Und wisst ihr was? Er hat vollkommen recht! Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass meine Bemühungen, mich NICHT reinzustressen mich viel mehr stressen, als das Stressen an sich – versteht ihr, was ich meine?
Ich verwende unglaublich viel Energie darauf, nicht daran zu denken, nicht nachzurechnen, nicht auf meinen Körper zu hören (oder mir Sachen einzubilden)… wie viele Stresshormone ich deswegen wohl schon ausgeschüttet habe? Und das alles nur, weil man suggeriert bekommt, dass es nicht okay ist, sich dem Thema Kinderwunsch voll hinzugeben. Dass es nicht okay ist, tagtäglich daran zu denken.

Aber wisst ihr was? Es ist okay! Ihr habt eine lebensverändernde Entscheidung gemacht und könnt es natürlich nicht erwarten, dass es auch endlich los geht – also stresst euch rein! Zerdenkt das Thema! Es. Ist. Okay.
Wenn ihr mal googlet, dann werdet ihr nämlich genau so viele Studien finden, die „beweisen“, dass schwanger zu werden nichts mit seelischen Stress zu tun hat, wie Studien, die das Gegenteil beweisen.

Jetzt entschuldigt mich bitte. Ich muss nachrechnen, an welchem Zyklustag ich bin und panisch durch die Gegend rennen. Und das ist okay!

Allgemein

Meine liebsten Blogs

Seit fast einem Jahr beschäftige ich mich mit dem Thema Schwangerschwaft, Kinder, Erziehung und alles was dazu gehört. Dabei bin ich zu einem Blog-Suchti geworden, ich will gar nicht wissen, bei wie vielen ich tatsächlich folge.. E-Mails mit neuen Einträgen bekomme ich auf jeden Fall minimal 5 am Tag. Und natürlich werden alle gelesen!

Damit ihr nicht wie ich ewig im Netz herumirren müsst, bis ihr mal wieder einen echt tollen Blog gefunden habt, hier meine persönlichen Favoriten.
Dabei ist mir immer besonders wichtig, dass man am Ende eines Beitrags immer direkt zum nächsten Klicken kann, ohne umständlich zurück auf die Hauptseite zu müssen – einfach deswegen, weil ich oft einen Blog vom ersten Eintrag bis zum aktuellsten an mehreren Tagen durchlese, da ist alles andere störend. Ansonsten bin ich in meinen Ansprüchen recht… nunja, anspruchslos.

  1. Das gewünschteste Wunschkind – ein Blog über AP und bedürfnisorientierte Erziehung. Meine klare Nr. 1, weil es einem die Augen öffnet und so informativ ist!
  2. Fräulein Nullpunktzwo – eine vierfach-Mama berichtet über den Alltag zwischen Kindermeute und Beruf.
  3. Blogprinzessin – ebenfalls eine vierfach-Mama, darunter ein Zwillingspärchen. Sie bloggt besonders ehrlich und echt, ich liebe ihren Blog!
  4. Kidz&Cats – mittlerweile hat der Blog einen Fokus auf Bücher, was ich besonders toll finde, weil ich eine Leseratte bin. Zwischendurch gibt es trotzdem noch Alltagsgeschichten.
  5. Verflixter Alltag – hier sind die Einträge oft besonders gefühlvoll und rührend geschrieben, die zwei Mädels halten ihre Mutter auch immer auf Trab. Außerdem hat sie das wundervolle Projekt „blog it out“ ins Leben gerufen.

Habt ihr einen Must-Read Blog? Immer her damit, wenn einer zu Ende gelesen ist, will schließlich die Zeit überbrückt werden, bis ein neuer Eintrag erscheint…

 

Allgemein, Wochenende in Bildern

Wochenende in Bildern 20. – 22. Oktober 2017

Das Wochenende war mal wieder wirklich schön. Das Wetter war traumhaft herbstlich und war zwar gefüllt, aber mit Freunden und Familie.

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Am Freitagabend habe ich mir ein Gläschen Hugo gegönnt – das erste seit über zwei Monaten! Das Glas von Ritzenhoff finde ich besonders hübsch. Für den Puma gab es Glühwein, mir ist der aber zu sauer.

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Während über die Xbox Musik lief, haben wir ein neues Spiel (Bierpyramide) ausprobiert, das eigentlich als Trinkspiel gedacht ist. Es hat aber auch so Spaß gemacht, das nächste Mal aber doch lieber mit mehreren Leuten, damit es vielseitiger wird.

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Am Samstagmorgen sind wir für unsere Verhältnisse sehr früh aufgewacht, um kurz nach 7 sind wir aufgestanden. Ich habe eine neue Winterjacke gebraucht, also ging es in die Stadt zum Shoppen. Eine Jacke gab es dann auch tatsächlich – an diesen Schuhen konnte ich aber auch nicht einfach so vorbeigehen. Liebe auf den ersten Blick! Meine Größe gab es nur nicht, deswegen habe ich sie online bestellt. Diese Woche müssten sie kommen.

Abends ist der Puma mit einem Freund auf ein Konzert gefahren, ich habe mich in letzter Sekunde umentschieden und bin lieber mit drei Freundinnen in die Stadt gegangen. Wir haben allerdings nur ein Auto, sodass ich mit dem Zug fahren musste.

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Das war mein Weg für 15 Minuten, die mir wie eine Ewigkeit vorkamen. Hinter jedem Busch und Baum habe ich einen Vergewaltiger und Meuchelmörder vermutet. Ohne Pfefferspray mache ich auf jeden Fall keinen Schritt mehr!

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Das ist die Zwischenbilanz nach der ersten Bar, dort waren wir allerdings noch nur zu dritt. Ich hatte den Salat mit Lachs und er war himmlisch!

img_20171022_021032952373341.jpgNachts sind der Puma und sein Kumpel zu uns gestoßen, als wir grade in meiner liebsten Keller-Metal-Kneipe waren. Gegen drei Uhr haben wir noch einen Abstecher gemacht, meiner Schwester in einer Disco kurz hallo sagen. Da aber keiner von uns Disco-Begeistert ist, sind wir auch recht schnell wieder gegangen.

Am Sonntag gab es wie immer pünklich um 12 Uhr Mittagessen bei meinen Schwiegereltern, dieses Mal Sauerkraut mit Eisbein und/oder Kasseler. Lecker! Ebenfalls wie immer sind wir mit den Hunden ein bisschen spazieren gegangen, bevor es noch ein Weilchen auf die Couch ging.

Abends mussten wir schon wieder los, dieses Mal zu meinen eigenen Eltern. Meine Geschwister mit Anhang waren ebenfalls da und uns wurde ein Festmahl mit Steaks, Ofenkartoffeln, drei Salaten und Nachtisch serviert. Da läuft mir immer noch das Wasser im Mund zusammen…

img_20171022_1929551725272928.jpgSchließlich wurde noch die Leinwand im Wohnzimmer runtergelassen und wir guckten alle zusammen Guardians of the Galaxy Vol. 2. Ich persönlich finde den Film sogar besser als den ersten Teil und musste am Ende natürlich heulen.

Wirklich, das war ein tolles Wochenende. Schade, dass es so schnell vorbei ging. Aber dafür steht mir am Freitag ein ultralanges Wochenende bevor – dank einem Tag Urlaub und zwei Feiertagen.

Allgemein

Bekenntnisse einer naiven Nicht-Mutter

Vor einigen Monaten stand ich mit glänzenden Augen vor meiner Mutter. Ich erzählte ihr gerade, dass ich tatsächlich einen Kinderwunsch habe. Ich! Die, die weder heiraten noch jemals je ein schreiendes Baby wollte. Da haben wohl irgendwann über Nacht die Hormone bei mir eingeschlagen.

Ich stand also vor ihr und malte mir die Zukunft in strahlender Schönheit aus. Und meine Mutter lachte.
»Hab du mal viel Spaß mit deiner rosaroten Brille. Du wirst schon noch aufwachen.«

Damit ich mich irgendwann in ein oder zwei Jahren genauso prächtig über mich amüsieren kann wie meine Mutter damals, will ich an dieser Stelle all meine naiven Tagträumereien festhalten – natürlich mit einem Aufenzwinkern, ganz realitätsfremd bin ich auch nicht 😉

  • Ich werde eine wunderschöne Schwangerschaft haben und von Innen heraus strahlen. Morgenübelkeit oder andere Probleme? Gibt es bei mir nicht!
  • bei der Geburt wird es zwar schmerzhaft sein, aber alles wird nach meinem Plan laufen und kein Eingriff von Außen erfolgen. Jaja!
  • Das Stillen wird rein intuitiv klappen und eine Erfahrung sein, auf die ich immer sehnsuchtsvoll zurückblicken werde. Kein Milchstau, keine Brustentzündung, nichts!
  • Der Puma und ich werden uns als Eltern nochmal neu ineinander verlieben und harmonisch unser Kind im Einklang mit uns selbst erziehen… Streitigkeiten wegen der neuen und überfordernden Situation wird es natürlich nicht geben.
  • Unser Kind hat weder Koliken noch andere Schreiattacken, außerdem wird es nur wenige Male in der Nacht aufwachen und sofort wieder einschlafen. Was soll hier schon schief gehen?
  • Niemals nie wird unser Kind bockig sein und wir werden immer wissen, was grade in dem Köpfchen vor sich geht. Ich habe mich schließlich informiert und bin jetzt Experte.
  • Zusammenfassend sehe ich den Puma und mich an einem schönen Herbsttag Händchen haltend durch die Gegend spazierend, unseren kleinen Wurm vor mich geschnallt und nichts und niemand kann diese wundervolle Babyzeit vermiesen.

 

Glaubt ihr alles nicht? Ich irgendwie auch nicht. Aber träumen kann man ja.

Elternzeit, Steuern

Steuertipps für den Kinderwunsch

Werdende Mütter haben eigentlich genug zu tun: Untersuchungen, Anträge, Formulare, Anschaffungen, Planungen… immerhin muss alles für den neuen Erdenbürger vorbereitet werden und zwar am Besten, ohne dass Mami und Papi in den Bankrott schlittern, weil sie Formular A38 nicht richtig ausgefüllt haben und kein Elterngeld bekommen.

Obwohl man also sowieso im Papiermüll versinkt, will ich euch trotzdem ans Herz legen, eure Steuerklassen zu überdenken – und zwar mehr als rechtzeitig. Eigentlich noch bevor ihr den positiven Test in den Händen haltet. Mit einem einzigen Antrag könnt ihr nämlich deutlich mehr Elterngeld erhalten.

In Deutschland gibt es sechs Steuerklassen, uns interessieren für diesen Artikel aber nur drei Stück: Die III, die IV und die V. Alle drei Steuerklassen kann man nur als Verheiratete haben.
Wenn beide Partner die Klasse IV haben, dann passiert nicht viel: ihr bekommt genauso viel Nettogehalt ausbezahlt wie vor eurer Heirat. Am Jahresende kommt ihr gaaaaanz grob gesagt auf +-0 EUR Steuererstattung/-nachzahlung.
Hat aber einer die Klasse III und der andere die Klasse V, dann wird dem mit der Klasse III viel weniger Steuern vom Gehalt abgezogen, als er zahlen muss – er bekommt also ein höheres Nettogehalt. Der mit der Klasse V bekommt dafür zu viel abgezogen und hat somit ein deutlich niedrigeres Nettogehalt. Am Jahresende, mit der jährlichen Steuererklärung, gleicht man diese Unterschiede wieder aus und muss mit der Kombination III/V meistens eine Nachzahlung leisten – immerhin hat einer (meistens der Mann) ja viel zu wenig in den Steuertopf bezahlt, was der andere (meistens die Frau) auch mit ihren höheren Steuern meistens nicht wieder aufwiegen kann.
Viele nehmen trotz der Nachzahlung am Jahresende die Kombination III/V und sehen es als eine Art zinsloses Darlehen vom Staat.

Soweit, so gut. Jetzt wissen wir aber, dass das Elterngeld vom Nettolohn berechnet wird. Hat die Mutter also – wie viele Frauen in Deutschland – die „schlechte“ Steuerklasse V, bekommt sie einen niedrigen Nettolohn und somit auch ein niedriges Elterngeld. Also ist es Zeit zu tricksen.
Einmal im Jahr dürft ihr eure Steuerklasse wechseln, das geht mit einem einfachen Antrag an das Finanzamt. Wenn ihr jetzt die Steuerklassen so abändert, dass die Frau in der III ist, bekommt auf einmal sie das höhere Netto – und das höhere Elterngeld. Ihr müsst nur beachten, dass diese Änderung mindestens sieben Monate vor Antritt des Mutterschutzes – also 9 Monate vor Geburt – von statten geht. Ein ziemlich enges Zeitfenster, also bitte bereits mit Einsetzen des Kinderwunsches an den Steuerklassenwechsel denken!

Gleichzeitig würde der Ehemann dadurch in die schlechtere Steuerklasse V gesteckt werden. Da ich und der Puma getrennte Konten haben, lösen wir diese Ungerechtigkeit so, dass ich ihm monatlich einfach den Steuervorteil überweise, den ich durch die tolle III erhalte. Am Ende habe ich genauso viel Geld auf dem Konto wie zu der Zeit, als wir noch nicht verheiratet waren und der Puma ebenso – nur bekomme ich, sollte ich in Elternzeit gehen, 100€ mehr Elterngeld im Monat. 100€! Nur wegen einer Formalität!

Den ersten Schritt habt ihr also erfolgreich gemeistert, aber noch seid ihr nicht komplett aus dem Schneider. Solltet ihr nun in der Elternzeit angekommen sein, müsst ihr noch einmal die Steuerklassen wechseln (ihr erinnert euch, das darf man ja einmal im Jahr). Denn in der Elternzeit sollte der Mann nicht weiterhin mit der schlechten V durch die Gegend laufen, die Frau hat jetzt nämlich nicht mehr unbedingt die finanziellen Mittel, den niedrigeren Lohn vom Mann abzufangen. Also tauscht ihr entweder wieder, so dass der Mann die gute III hat und die Frau ohne Gehalt die schlechte V – dann macht euch aber auf eine große Nachzahlung am Jahresende gefasst! Oder ihr wählt wieder die IV und die IV für beide, damit hätte der Mann unterm Jahr zwar weniger Netto, dafür fällt die Nachzahlung am Jahresende aber deutlich geringer aus. Das ist eure Entscheidung, was euch lieber ist.

Zur Veranschaulichung habe ich euch nochmal eine Tabelle mit den Nettogehältern von mir und Puma gemacht:

Tabelle

Ihr seht also: bei der Kombination V für den Mann und III für mich habe ich deutlich mehr Elterngeld. Vor dem Elterngeld bekomme ich 200€ mehr Gehalt ausbezahlt, der Puma 300€ weniger. Ich überweise dem Puma monatlich die 200€ und am Jahresende bekommen wir eine Erstattung, durch die dann die restlichen 100€ Verlust pro Monat vom Puma bereinigt werden. Alles paletti und 100€ mehr Elterngeld!

Eins müsst ihr euch nämlich klar machen: Es ist ganz egal, welche Steuerklassen ihr wählt, am Jahresende müsst ihr unabhängig von den Steuerklassen immer dieselbe Steuer bezahlen. Das im Volksmund gern gesagte „bessere Kombination, um Steuer zu sparen“ existiert so also gar nicht. Man hat nur die Wahl, ob man am Jahresende etwas nachzahlen muss, weil man unterm Jahr zu viel Gehalt bekommen hat (Vielverdiener III, Wenigverdiener V), oder ob man lieber unterm Jahr weniger Gehalt will, dafür am Jahresende eine Erstattung wartet (Vielverdiener V, Wenigverdiener III) oder aber ob man bereits mit seinem Gehalt die ungefähr richtige Steuer abdrückt, sodass am Jahresende keine Überraschung wartet – weder negativ noch positiv (beide die IV).

Welche steuerlichen Fragen haben euch schon immer auf der Zunge gelegen, aber ihr hattet niemanden, der sie euch beantworten konnte? Immer her damit! Als gelernte Steuerfachangestellte versuche ich gerne, euch weiterzuhelfen.

Hibbeln

Wie mit der Enttäuschung umgehen?

Wir befinden uns momentan ganz frisch im 7. ÜZ, sind also ein bisschen mehr als ein halbes Jahr am Hibbeln. Natürlich geht das noch viel extremer mit mehreren Jahren ohne Erfolg, trotzdem denke ich, dass jemand im 1. ÜZ genauso leiden kann wie jemand im 24. Die Enttäuschung jeden Monat ist und bleibt diesselbe, auch wenn der Weg bis dahin bereits unterschiedlich steinig ausgesehen hat.

Wie aber geht man damit um? Besonders ab dem Tag des Eisprungs baut sich immer größer die Hoffnung auf, man stellt sich bereits vor, wie man den positiven Test in der Hand hält, wie man es dem Mann mitteilt und achtet auf jedes Zippen und Zappen im Körper.
Wenn aber jedes Mal aufs Neue die Monatsblutung eintritt, sitzt man wie ein Häufchen Elend im Bad, weint vielleicht sogar und ist sich sicher, dass es sowieso niemals je überhaupt klappen wird. Man verliert für einen Moment die Hoffnung.

Den Schmerz kann man nicht nehmen, aber vielleicht helfen euch diese Tipps ja, besser mit ihm umzugehen und ihn schneller wieder loszuwerden:

  1. Lass es einfach raus
    Weine, fluche, verroll dich im Bett und zieh die Decke über den Kopf. Du wurdest grade enttäuscht und das darfst du auch ausdrücken!
  2. Vertrau dich jemanden an, der dich richtig tröstet
    In diesem Moment brauchst du kein „Kopf hoch“, „sei doch nicht traurig“ oder dergleichen. Erzähle deswegen einem Menschen von deinem Kummer, der für dich richtig reagiert und dich in deiner Trauer begleiten kann. Bei mir ist das der Puma. Er nimmt mich in den Arm, sagt mir verständnisvolle Worte, lässt mich weinen und muntert mich nach einiger Zeit mit absolut unpassenden Witzchen wieder auf – das ist genau die Behandlung, die mir hilft.
  3. Akzeptiere, dass du nicht schwanger bist
    Klingt erstmal komisch, aber ihr kennt das sicher: Vielleicht bin ich ja doch…? Das gab es doch die Freundin der Freundin, die hatte auch Blutungen und war trotzdem…? Die Tests sind doch eh alle unzuverlässlich, es hat doch bestimmt geklappt…? Nein! So hart es auch klingt und so schwer es ist, ihr seid nicht die 0,1% Ausnahme, bei der es durch die unmöglichsten Zufälle doch geklappt hat. Je eher ihr den Zyklus abschließt und euch dem neuen zuwendet, umso eher lasst ihr auch die Trauer hinter euch.
  4. Reflektiere dein vergangenes Verhalten
    Der wohl schwerste Punkt in meiner „Liste“, weil man ihn nicht mal eben umsetzen kann.
    Hast du wiedermal 10 Tests verbraucht, noch bevor deine Periode fällig gewesen wäre? Bist du bei jedem Ziepen im Unterleib davon ausgegangen, dass du schwanger bist? Hast du dir ab dem Eisprung die Finger wund gegoolet?
    Rekapituliere den letzten Zyklus und versuche dir bewusst zu werden, was von deinem Verhalten dir im Nachhinein das Leben schwer gemacht hat und was dir dabei geholfen hat, durch die Hibbelphase zu kommen, ohne den Verstand zu verlieren. Alles, bei dem du dir im Nachhinein an den Kopf hauen würdest (ich als notorische Vieltesterin habe nach einigen Zyklen das vorzeitige Testen eingestellt – und es geht mir besser damit), solltest du im nächsten Zyklus so gut es geht abtrainieren. Alles, was im Nachhinein zwar unsinnig, aber irgendwie trotzdem hilfreich war – immer weiter damit!

Habt ihr vielleicht noch Tipps und Tricks, wie man die Enttäuschung besser verkraften kann? Was hat euch besonders geholfen – und was überhaupt nicht? Ich würde mich über eure Ratschläge freuen!

Allgemein

Puma und Ich

Hachja, am liebsten würde ich den ganzen Tag damit verbringen, verliebt meinen Mann anzuhimmeln, während ich in seinen starken Armen dahinschmelze.

Klingt schnulzig? Auf jeden Fall!
Vielleicht ist es die rosarote frisch-verheiratet-Brille, vielleicht aber ist er einfach mein Seelenverwandter.

Unsere Liebesgeschichte ist auch herrlich unspektakulär: wir kennen uns durch ein gemeinsames Hobby und irgendwann hat der Puma mitbekommen, dass ich ein Faible für Mathe habe. Da er dagegen nach der Schule alles aus dem Gedächtnis gelöscht hat, Mathe jetzt aber für eine Fortbildung brauchte, hat er mich über Facebook nach Mathenachhilfe gefragt.
Spoiler: Wir hatten nicht eine einzige Mathestunde.

Der Puma ist einer von den Kerlen, die einfach sagen, was Sache ist. Keine 3 Tage Wartefrist nach einer Verabredung oder komisches Herumgedruckse. Nach dem ersten Kinobesuch kam ein „ich finde dich toll und will dich wieder sehen. Morgen?“, nach der dritten Verabredung hat er mir seine Liebe gestanden (die ich galant mit einem „ääääh… danke?!“ erwidert habe) und seitdem sind wir unzertrennlich.
Ein bisschen mehr als drei Jahre später kam am 16.06.2016 der Antrag, der entgegen seinem sonstigen Wesen sogar romantisch war, und am 17.07.2017 (ihr seht, ich steh auf schöne Daten) folgte unsere Traumhochzeit in einer Scheune in Pumas Heimatdorf.
Unser Motto der Feier und für unser Leben: „Wahre Liebe geht aus der Harmonie der Gedanken und dem Gegensatz der Charaktere hervor“

Ich bin nämlich aufbrausend, temperamentvoll, leidenschaftlich, verantwortungsbewusst und dickköpfig.
Er ist ruhig und gelassen, etwas in sich gekehrt, zeigt nicht gerne Emotionen und kann mit Büroarbeit nichts anfangen.
Ich lese und schreibe gerne, mag Liebesfilme und Disney.
Er geht angeln, ist ein echter Naturbursche und hat seit über zehn Jahren kein Buch mehr gelesen.

Eines aber haben wir gemeinsam: Wir lieben uns.

Wochenende in Bildern

Wochenendein Bildern 29.09. – 01.10.2017

Auch wenn das Wochenende eigentlich durch Brücken- und Feiertag für mich noch gar nicht vorbei ist, gibt es hier mein Wochenende in Bildern:

Am Samstag haben wir morgens zuerst Großputz in der alten Wohnung gemacht, weil die Schlüsselübergabe anstand.


Auch wenn die Wohnung schon sehr alt und das Haus etwas baufällig ist, war es trotzdem unsere erste gemeinsame Wohnung. Merkwürdiges Gefühl, sie nie wieder zu betreten.

Am Abend sind wir eigentlich zu einem Konzert gegangen (eine Volbeat-Tribute-Band) – aber aus unerfindlichen Gründen waren außer uns nur ca. 30 andere Personen da, sodass wir nach einer Stunde ohne Stimmung wieder gegangen sind. Dafür haben wir einen kleinen, süßen Igel auf dem Heimweg entdeckt.

Spontan sind wir lieber mit ein paar Freunden in die Stadt gegangen. Wegen meiner Tabletten bin ich zwar momentan immer Fahrerin, aber Spaß hat es natürlich trotzdem gemacht!

In meiner liebsten Metal-Kneipe bringt das Kellergewölbe und die Jack-Daniels-Kerzen immer eine tolle Stimmung.

Am Sonntag stand schließlich dir Babyparty einer alten Schulfreundin an. Vor 13 Jahren haben wir noch zusammen mit Barbies gespielt.. wie die Zeit vergeht!

Für den baldigen Nachwuchs haben wir fleißig Bodys bemalt und ein Mobile gebastelt.

Abends ging es dann noch auf ein Mittelalterfest in der Stadt. Eine tolle Irish Folk Band ist aufgetreten und an den Ständen gab es leckeres Essen und schöne handgemachte Waren.

Die Feuershow zum Abschluss war genau das richtige, selbst der Puma war begeistert, obwohl er von „sowas“ nicht viel hält.


Das Wochenende war sehr vollgepackt, aber auch wunderschön. Trotzdem freue ich mich, heute und morgen nochmal entspannen zu können. Ihr seht, den Ratschlag „genießt die Zweisamkeit ohne Baby“ beherzigen wir nochmal in vollen Zügen – auch wenn ich überzeugt bin, mit Baby alles nicht weniger genießen zu können!