Hibbeln, Wochenende in Bildern

Wochenende in… Worten 27.10. – 01.11.

Dieses Mal war es sogar ein verlängertes Wochenende, da der Puma und ich den Montag als Brückentag Urlaub genommen haben. Und was soll ich sagen – Bilder habe ich total vergessen. Also müsst ihr euch durch Geschriebenes mühen.

Am Freitag bin ich wie fast jeden Freitag nach der Arbeit meine Mutter besuchen gefahren. Auf den neusten Stand bringen, quatschen… das Übliche eben.
Abends bin ich kurz mit dem Rad zum Einkaufen gefahren (und war danach redlich bemüht, im Laden nicht umzukippen – Kondition, wo bist du?), um für den nächsten Tag einen Wackelpudding-Wodka vorzubereiten.

Samstag wurde der Wocheneinkauf erledigt. Abends sind wir zu der Geburtstagsfeier meines Bruder gefahren – Motto: die 60er Jahre. Urghs. Nun gut, ich hatte mir ein Kleid Richtung Rockabilly bestellt, der Puma hatte klassische Hosenträger, einen Hut und das weiße Tshirt zu den Bluejeans. Alle anderen hatten teilweise fantastische Kostüme.. bei einer hatte man das Gefühl, LSD genommen zu haben, sobald man sie ansah. Überall bunte Farben und Kringel.

Da der ganze Spaß bis zum nächsten Früh dauerte, sind wir am Sonntag sehr spät ausgestanden – der Puma mit Kater, ich mit dem siegessicheren Lächeln der Fahrerin.

Der Montag verging mit Schuhschrank aufbauen und wahnsinnigen Herzklopfen: Ein Schwangerschaftsfrühtest hat eine hauchdünne zweite Linie angezeigt. Ich habe geweint, zuerst vor freudiger Hoffnung und dann vor hoffnungsloser Trauer („ist eh nur eine Verdunstungslinie“). Abends hatte ich passenderweise sowieso einen Termin beim Frauenarzt, da wurde mir gleich Blut abgenommen. Das Ergebnis bekomme ich durch die Feiertage erst heute Abend – da die folgenden Tests allerdings alle negativ ausfielen, hatte ich es wohl tatsächlich mit einer hinterlistigen Verdunstungslinie zu tun und es sind nur die Tabletten Schuld, dass ich überfällig bin.

Am Dienstag war Halloween und wir haben die Zeit damit verbracht, das Haus auf Hochglanz zu polieren und Essen vorzubereiten. Ein paar Freunde kamen abends zum Raclette und Horrorfilmmarathon. Ersteres war äußerst lecker, zweiteres zu gruslig für mich. Ich bin eben doch ein Schisser. Wie gut, dass wir erst dann ins Bett gegangen sind, als die Sonne schon wieder aufgegangen war – so musste ich keine Angst im dunklen Schlafzimmer haben 😉
Den Mittwoch haben wir schon wieder verschlafen, waren noch kurz bei meinen Eltern Linsensuppe abholen und haben den Abend auf der Couch verbracht.

Heute ging es dann in die äußerst kurze Arbeitswoche – und auch wenn ich es besser weiß, bibber ich dem Anruf vom Arzt entgegen. Aber wie sagt der Puma immer? Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Hibbeln

Stress dich ruhig rein

Ich weiß selbst, dass es nicht förderlich ist, dauernd nur daran zu denken, wann man endlich schwanger wird, ob es dieses Mal geklappt hat, die Tage wieder und wieder runterzurechnen, an welchem Zyklustag man sich wohl befindet etc. pp.
Natürlich weiß ich das. Und trotzdem kann ich nicht – wie von vielen beratschlagt – einfach mal nicht dran denken. Mir einfach mal keinen Stress machen.
Viele gucken mich dann ungläubig an, aber… denkt ihr doch jetzt mal nicht an einen rosa Elefanten. Auf gar keinen Fall dürft ihr an den rosa Elefanten denken, Herrgott! Versucht ihr überhaupt, nicht an den rosa Elefanten zu denken?

Es ist ein Kreislauf: je mehr ich versuche, an etwas nicht zu denken, umso mehr muss ich daran denken.
Was viele auch nicht verstehen („mach dir doch nicht so einen Druck“): An etwas zu denken kann eine aktive, bewusste Entscheidung sein, klar. Aber an etwas NICHT zu denken, das macht man weder bewusst noch aktiv. Denn sobald man bewusst an etwas nicht denkt, denkt man ja eben doch dran. Und wenn man dann erschrocken noch viel weniger dran denkt, dann saugt sich der Gedanke im Kopf fest.

Gestern lag ich also mal wieder im Bett und habe gedacht. Und gedacht. Und gerechnet. Und mir Hoffnungen gemacht. Aber gleichzeitig versucht, mir keine zu machen. Der Puma hat das natürlich gleich mitbekommen und nachgefragt, was denn los ist. Ich habe ihm völlig verzweifelt gesagt (naja okay, vorgeheult), dass ich mich schon wieder reinstresse und nicht weiß, wie ich es ausschalten soll.
Da hat er den wohl wundervollsten Satz überhaupt gesagt:

»Es ist okay, stress dich ruhig rein.«

Und wisst ihr was? Er hat vollkommen recht! Ich habe mittlerweile das Gefühl, dass meine Bemühungen, mich NICHT reinzustressen mich viel mehr stressen, als das Stressen an sich – versteht ihr, was ich meine?
Ich verwende unglaublich viel Energie darauf, nicht daran zu denken, nicht nachzurechnen, nicht auf meinen Körper zu hören (oder mir Sachen einzubilden)… wie viele Stresshormone ich deswegen wohl schon ausgeschüttet habe? Und das alles nur, weil man suggeriert bekommt, dass es nicht okay ist, sich dem Thema Kinderwunsch voll hinzugeben. Dass es nicht okay ist, tagtäglich daran zu denken.

Aber wisst ihr was? Es ist okay! Ihr habt eine lebensverändernde Entscheidung gemacht und könnt es natürlich nicht erwarten, dass es auch endlich los geht – also stresst euch rein! Zerdenkt das Thema! Es. Ist. Okay.
Wenn ihr mal googlet, dann werdet ihr nämlich genau so viele Studien finden, die „beweisen“, dass schwanger zu werden nichts mit seelischen Stress zu tun hat, wie Studien, die das Gegenteil beweisen.

Jetzt entschuldigt mich bitte. Ich muss nachrechnen, an welchem Zyklustag ich bin und panisch durch die Gegend rennen. Und das ist okay!

Hibbeln

Wie mit der Enttäuschung umgehen?

Wir befinden uns momentan ganz frisch im 7. ÜZ, sind also ein bisschen mehr als ein halbes Jahr am Hibbeln. Natürlich geht das noch viel extremer mit mehreren Jahren ohne Erfolg, trotzdem denke ich, dass jemand im 1. ÜZ genauso leiden kann wie jemand im 24. Die Enttäuschung jeden Monat ist und bleibt diesselbe, auch wenn der Weg bis dahin bereits unterschiedlich steinig ausgesehen hat.

Wie aber geht man damit um? Besonders ab dem Tag des Eisprungs baut sich immer größer die Hoffnung auf, man stellt sich bereits vor, wie man den positiven Test in der Hand hält, wie man es dem Mann mitteilt und achtet auf jedes Zippen und Zappen im Körper.
Wenn aber jedes Mal aufs Neue die Monatsblutung eintritt, sitzt man wie ein Häufchen Elend im Bad, weint vielleicht sogar und ist sich sicher, dass es sowieso niemals je überhaupt klappen wird. Man verliert für einen Moment die Hoffnung.

Den Schmerz kann man nicht nehmen, aber vielleicht helfen euch diese Tipps ja, besser mit ihm umzugehen und ihn schneller wieder loszuwerden:

  1. Lass es einfach raus
    Weine, fluche, verroll dich im Bett und zieh die Decke über den Kopf. Du wurdest grade enttäuscht und das darfst du auch ausdrücken!
  2. Vertrau dich jemanden an, der dich richtig tröstet
    In diesem Moment brauchst du kein „Kopf hoch“, „sei doch nicht traurig“ oder dergleichen. Erzähle deswegen einem Menschen von deinem Kummer, der für dich richtig reagiert und dich in deiner Trauer begleiten kann. Bei mir ist das der Puma. Er nimmt mich in den Arm, sagt mir verständnisvolle Worte, lässt mich weinen und muntert mich nach einiger Zeit mit absolut unpassenden Witzchen wieder auf – das ist genau die Behandlung, die mir hilft.
  3. Akzeptiere, dass du nicht schwanger bist
    Klingt erstmal komisch, aber ihr kennt das sicher: Vielleicht bin ich ja doch…? Das gab es doch die Freundin der Freundin, die hatte auch Blutungen und war trotzdem…? Die Tests sind doch eh alle unzuverlässlich, es hat doch bestimmt geklappt…? Nein! So hart es auch klingt und so schwer es ist, ihr seid nicht die 0,1% Ausnahme, bei der es durch die unmöglichsten Zufälle doch geklappt hat. Je eher ihr den Zyklus abschließt und euch dem neuen zuwendet, umso eher lasst ihr auch die Trauer hinter euch.
  4. Reflektiere dein vergangenes Verhalten
    Der wohl schwerste Punkt in meiner „Liste“, weil man ihn nicht mal eben umsetzen kann.
    Hast du wiedermal 10 Tests verbraucht, noch bevor deine Periode fällig gewesen wäre? Bist du bei jedem Ziepen im Unterleib davon ausgegangen, dass du schwanger bist? Hast du dir ab dem Eisprung die Finger wund gegoolet?
    Rekapituliere den letzten Zyklus und versuche dir bewusst zu werden, was von deinem Verhalten dir im Nachhinein das Leben schwer gemacht hat und was dir dabei geholfen hat, durch die Hibbelphase zu kommen, ohne den Verstand zu verlieren. Alles, bei dem du dir im Nachhinein an den Kopf hauen würdest (ich als notorische Vieltesterin habe nach einigen Zyklen das vorzeitige Testen eingestellt – und es geht mir besser damit), solltest du im nächsten Zyklus so gut es geht abtrainieren. Alles, was im Nachhinein zwar unsinnig, aber irgendwie trotzdem hilfreich war – immer weiter damit!

Habt ihr vielleicht noch Tipps und Tricks, wie man die Enttäuschung besser verkraften kann? Was hat euch besonders geholfen – und was überhaupt nicht? Ich würde mich über eure Ratschläge freuen!

Hibbeln, Medikamente

Medikamentenüberdruss

Ich habe schon angedeutet, dass ich zu den leider gar nicht mal so wenigen Frauen gehöre, die es beim Schwanger werden nicht ganz so leicht haben wie andere.
Früher habe ich immer Panikattacken bekommen, wenn ich auch nur einmal meine Pille vergessen habe. Weiß doch jeder, man kann quasi immer und überall schwanger werden!
Rückblickend gesehen hätte ich mir diese jahrelange Chemiekeule wahrscheinlich sparen können, ohne dass irgendwas passiert wäre. Naja, hinterher ist man immer schlauer.
Im Gegensatz zu mir gibt es dafür auch Frauen, die wirklich von einmal schief angucken schwanger werden. Meine Freundin z.B. hat nur einmal die Pille beim Übergeben mit über Bord geworfen, schwupp schon war sie schwanger.

Zum Glück habe ich keine dieser Frauenärzte, die einen erstmal jahrelang im Dunkeln tappen lassen, damit man dann irgendwann mitgeteilt bekommt, dass man schon längst hätte eingreifen können. Nein, meine Ärztin hat gleich nach den ersten zwei vergeblichen Monaten einen Rundumcheck gemacht, wofür ich ihr sehr sehr dankbar bin.
So konnte sehr schnell festgestellt werden, dass ich zum einen eine Gelbkörperschwäche habe (Gelbkörper werden dafür benötigt, dass sich das Ei schön brav einnistet) und zum anderen eine leichte Eizellreifungsstörung. Beides in Kombination – ungünstig! Nicht nur, dass nur mit sehr viel Glück überhaupt mal ein Ei befruchtet werden kann, nein, dieses befruchtete Ei hat auch noch eine minimale Chance, sich einzunisten.

Super.

Zum Glück sind wir aber in der Medizin so weit, solche „Kleinigkeiten“ mit ein paar Pillen zu beheben. So schlucke ich momentan brav 5x im Monat Clomifen zur Eizellreifung und 14x im Monat Famentia zur Produktion von Gelbkörpern.
So froh ich darüber bin, jetzt eine reelle Chance bekommen zu haben, so ekelhaft sind die Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Unterleibsschmerzen, Kreislaufprobleme, Erbrechen, Müdigkeit, Schlappheit, Gefahr für Zystenbildung… und das sind nur die, die unter „sehr häufig“, also bei jeder 10. Patientin, aufgeführt werden.

Aber was tut man nicht alles für die Kinder – selbst wenn es sie noch gar nicht gibt.

 

Bullshitbingo, Hibbeln

Hibbelzeit – Bullshitbingo

In so vielen Lebenslagen gibt es so viele tolle Möglichkeiten, ein Bullshitbingo zu erstellen.
Was ich in meinem engen Umfeld besonders gemerkt habe, seit wir verkündet haben, dass wir uns nun an die Kinderplanung machen (Tipp an alle, die diesen Fehler noch nicht gemacht haben: behaltet es einfach für euch): Die tollen Ratschläge, Fragen und Aussagen, mit denen ich eigentlich erst bei dem Thema Kindererziehung gerechnet habe, fangen schon viel früher an. Viel früher.
Hier also mein Bullshitbingo zum Thema Hibbelzeit:

02

»Setz dich nicht so unter Druck«
Auf die Nachfrage hin, WIE ich das bitte machen soll, weiß dann auch niemand eine Antwort.

»Genießt die Zeit zu zweit«
Eine Zeit genießen, die voller Ängste und Bangen, etlichen Untersuchungen, enttäuschter Hoffnungen und Anspannung pur ist? Aber sicher. Eine Zeit genießen, während wir das unabstellbare Gefühl haben, dass uns etwas Wichtiges zu unserem Glück fehlt? Natürlich!

»Ach, dann verhütet ihr gar nicht mehr?«
Doch, natürlich – wieso, steht das dem Wunsch Kinder zu kriegen wohl entgegen? Wusste ich ja gar nicht! Gut, dass wir drüber geredet haben.

»Du bist noch so jung und hast noch so viel Zeit«
Was soll man darauf sagen? „Und du bist so alt und wirst bald sterben“ scheint mir nicht angemessen.

»Will der Puma auch Kinder?«
Nein, ich habe mir gedacht, dass ich ihm ein Baby einfach unterschieben kann. Ob er es merken wird?

»Hast du schonmal versucht, dich nicht so reinzustressen?«
Du bist auch so jemand, der einen Depressiven fragt, ob er schonmal versucht hat, einfach nicht depressiv zu sein, oder?

»Du trinkst nichts mehr? Willst du dich jetzt schon so einschränken?«
Bei mir stehen die Chancen nicht besonders gut, einfach so schwanger zu werden. Wieso sollte ich das noch mehr minimieren, wenn ich genauso gut einfach ein Glas alkoholfreien Sekt trinken kann? Man glaubt es kaum, aber ich lebe trotzdem noch und sitze nicht jeden Tag heulend in der Ecke!

»Es hat wieder nicht geklappt? Kein Grund traurig zu sein!«
Oh, der ist gut, den merk ich mir für den Fall, dass du beim nächsten Vorstellungsgespräch wieder nicht genommen wirst.

»Na dann müsst ihr jetzt aber Sex haben«
Ich bin mir immer nicht sicher, wie das genau gemeint ist. Im Sinne von, wir müssen jetzt unsere Jungfräulichkeit ablegen? Schockierend, aber das haben wir irgendwann in den letzten 10 Jahren unseres Lebens bereits gemacht! Oder in dem Sinn, dass wir jetzt sofort Sex haben müssen? Okay, halt mal kurz meine Unterwäsche…

 

Manche „Tipps“ sind gut gemeint, andere einfach ohne nachzudenken dahergesagt… aber langsam nervt es mich unglaublich! Aber vielleicht sollte ich einfach mal versuchen, dass es mich nicht mehr nervt… das müsste doch funktionieren?

Eure
Phinelia

 

Hibbeln

Aller Anfang ist schwer

Seitdem mich der Kinderwunsch vor fast einem Jahr quasi über Nacht heimtückisch überfallen hat, verbringe ich sehr viel Zeit auf sehr vielen Mami-Blogs. Jedes Mal bin ich ein bisschen traurig, wenn dieser Blog erst mitten drin angefangen hat und das Kind schon in den Brunnen gefallen ist – oder aus der Mutter heraus.
Es gäbe doch noch so viel Interessantes! Wie war die Hibbelzeit? Wie der Moment, in dem man endlich den positiven Test in den Händen hielt? Wie hat der Vater reagiert? Wie verlief die Schwangerschaft?

Damit mich mein eigener Blog nicht irgendwann auch traurig macht, habe ich jetzt allen Mut zusammengepackt und präsentiere: Alles von Anfang an. Naja, fast.

Wie gesagt, mein Kinderwunsch kam irgendwann in 2016 von jetzt auf nachher. Ich war mir vorher nichtmal sicher, ob ich überhaupt mal Kinder will und eines Tages bin ich aufgewacht und wusste: Nicht nur irgendwann, ich will JETZT ein Kind.
Doch wie das leider ist, gehören zu sowas immer zwei. Zu dem Zeitpunkt war ich zwar schon mit meinem Traumprinzen verlobt (er bekommt von mir jetzt einfach den Decknamen Puma verpasst – vielleicht erzähle ich ja mal, wieso ;)), aber mein Puma war vom Vaterwerden noch meilenweit entfernt.
Also hieß es warten.

Kurz vor unserer Hochzeit hat es dann bei ihm auch Klick gemacht – seit Ende April 2017 nehme ich die Pille nicht mehr. Und seitdem heißt es wieder warten. Und warten.
Mittlerweile befinden wir uns im 6. Übungsmonat, ich werde mit ein paar Tabletten gepeppt (habe u.a. eine Gelbkörperschwäche) und ich kann es nicht mehr aushalten!
Da kann mir mein Umfeld noch so oft den gut gemeinten Rat „geh doch locker an die Sache ran“ geben – es geht einfach nicht!

Aber ich bin der festen Überzeugung, dass ich noch in diesem Jahr ein kleines Wunder erwarten darf. Ganz bestimmt!

Eure Phinelia