Hibbeln, Medikamente

Medikamentenüberdruss

Ich habe schon angedeutet, dass ich zu den leider gar nicht mal so wenigen Frauen gehöre, die es beim Schwanger werden nicht ganz so leicht haben wie andere.
Früher habe ich immer Panikattacken bekommen, wenn ich auch nur einmal meine Pille vergessen habe. Weiß doch jeder, man kann quasi immer und überall schwanger werden!
Rückblickend gesehen hätte ich mir diese jahrelange Chemiekeule wahrscheinlich sparen können, ohne dass irgendwas passiert wäre. Naja, hinterher ist man immer schlauer.
Im Gegensatz zu mir gibt es dafür auch Frauen, die wirklich von einmal schief angucken schwanger werden. Meine Freundin z.B. hat nur einmal die Pille beim Übergeben mit über Bord geworfen, schwupp schon war sie schwanger.

Zum Glück habe ich keine dieser Frauenärzte, die einen erstmal jahrelang im Dunkeln tappen lassen, damit man dann irgendwann mitgeteilt bekommt, dass man schon längst hätte eingreifen können. Nein, meine Ärztin hat gleich nach den ersten zwei vergeblichen Monaten einen Rundumcheck gemacht, wofür ich ihr sehr sehr dankbar bin.
So konnte sehr schnell festgestellt werden, dass ich zum einen eine Gelbkörperschwäche habe (Gelbkörper werden dafür benötigt, dass sich das Ei schön brav einnistet) und zum anderen eine leichte Eizellreifungsstörung. Beides in Kombination – ungünstig! Nicht nur, dass nur mit sehr viel Glück überhaupt mal ein Ei befruchtet werden kann, nein, dieses befruchtete Ei hat auch noch eine minimale Chance, sich einzunisten.

Super.

Zum Glück sind wir aber in der Medizin so weit, solche „Kleinigkeiten“ mit ein paar Pillen zu beheben. So schlucke ich momentan brav 5x im Monat Clomifen zur Eizellreifung und 14x im Monat Famentia zur Produktion von Gelbkörpern.
So froh ich darüber bin, jetzt eine reelle Chance bekommen zu haben, so ekelhaft sind die Nebenwirkungen: Kopfschmerzen, Übelkeit, Unterleibsschmerzen, Kreislaufprobleme, Erbrechen, Müdigkeit, Schlappheit, Gefahr für Zystenbildung… und das sind nur die, die unter „sehr häufig“, also bei jeder 10. Patientin, aufgeführt werden.

Aber was tut man nicht alles für die Kinder – selbst wenn es sie noch gar nicht gibt.